Die ersten schriftlichen unseres Verein

Überhaut fühlen sich die Vorwärtszüge durchaus noch miteinander verbunden. So marschierten zum Beispiel einer alten Tradition zufolge Querschläger und Treue Kameraden bei Umzügen und Paraden des Willicher Schützenfestes in jedem Jahr gleich hintereinander und bringen hierdurch die gemeinsamen Wurzeln zum Ausdruck. Auch die Idee aus dem Jahr 1985 haben diese beiden Züge in den letzten Jahren wieder aufleben lassen und hier schon eine kleine Tradition entwickelt. Denn beide Zügen treten bei der Montagparade in einem gemeinsamen Block an, angeführt von den beiden Zugführern und Füllhornträgern: Das schafft Gemeinsamkeit, da lebt denn auch der alte Radfahrverein nochmal ein wenig auf. Und wenn auch die Kommentatoren Karl von Bökel und Franz Auling in den letzten Jahren etwas aus ihrem Konzept geraten sind ob dieser geballten “Vorwärts” drängenden Kraft – der herrliche Anblick dieser Formation wird vom Publikum immer wieder dankbar aufgenommen und mit Applaus quittiert. Und wenn es dann geklappt hat (und es klappt immer) gibt´s Jubel bei den Schützen: Das war mal wieder was!

Es ist nicht einfach, aus den Anfängen des Zuges zu berichten. Schriftliche Aufzeichnungen sind nicht vorhanden und es gibt nur noch die Erinnerungen unseres Feldwebels Otto Stark, die später einmal niedergeschrieben wurden. Die älstesten Aufzeichnungen stammen aus dem Jahr 1960, als sich die Querschläger erstmal drauf besannen, dass es Papier und Tinte gibt, mit denen man Berichte und Protokolle fertigen kann. Schriftführer wurde damals Hans Wollny, dem wir die Protokolle aus dieser Zeit und einige schriftliche Hinweise auf die Gründungsjahre verdanken. So wissen um die Namen der Gründungsmitglieder: Albert Rahm, Toni Hückels, Peter Post, Peter Wilms und Heinrich Reuter waren die Vorwärts-Sportler, die einen eigenen Schützenzug auf die Beine stellen wollten. Erster Zugführer war Albert Rahm.

In der Sitzung am 16. Januar 1960, zu der die Aufzeichnungen beginnen, wurde Otto Stark zum Feldwebel gewählt. Zugführer war damals seit einem Jahr Erich Geifes, dessen besonderes Verdienst es schon wenige Jahre später sein sollte, den Zug für junge Menschen zu öffnen und attraktiv zu gestalten. Vorausschauend wie wer war wollte er hierdurch den Bestand des Zuges in das nächste Jahrtausend hinein sichern. Das diesjährige Jubiläum haben die Querschläger vor allem diesem Zugführer zu verdanken.

Der Kassenbestand des Zuges sah damals aus heutiger Sicht betrachtet nicht gerade rosig aus: Spargelder für das Schützenfest insgesamt 331,94 DM; die Vergnügungskasse hatte ein Plus von 98,50 DM. Große Feste oder Ausflüge konnten hiermit eigentlich nicht finanziert werden. Trotzdem: die Geselligkeit kam nicht zu kurz. Das Vogelschießen am Himmelfahrtstag im Garten von “Wilddieb” Otto Gahlau war erster Höhepunkt des Jahres. “Nach hartem Kampf”, so die Chronik, wurde Richard Bürck Zugkönig und repräsentierte den Zug beim 75 jährigen Jubiläumsschützenfest. Übrigens nahm der Schützenzug in diesem Jahr nicht ganz geschlossen am Schützenfest teil. Ein Schützenbruder war leider durch Auswärts-Montage verhindert – ein Umstand, wie es die Querschläger auch in den Folgejahren immer wieder einmal treffen sollte.

Wie die Querschläger es auch immer mit ihrer schmalen Kassen angestellt haben, Ausflüge gab es auch in den damaligen knappen Zeiten. Im Jahr 1960 war Winningen an der Mosel Ziel der Reise, die über zwei Tage ging. In 1961 machten Schützen gemeinsam mit ihren Frauen einen Tagesausflug nach Ockenfels.

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